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schon bevor ich geboren wurde waren essen und kulinarik meine leidenschaft. wenn meine mutter sich zu tisch setzte, gab ich ihr durch deutliche fußtritte zu verstehen, dass sie etwas gescheites essen soll, da ich dies schließlich auch bekomme. hat sie meist auch gemacht. ich bin groß und stark geworden.
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natürlich bin ich kein kostverächter, ganz im gegenteil. ich esse und trinke leidenschaftlich beste dinge. die sind klarerweise nicht alle von “um die ecke” zu bekommen: olivenöle, ausgefallene pfeffersorten, verschiedene salzarten, ganz zu schweigen von diverse ehemals lebendigem (details spare ich hier aus). und wenn sich wieder einmal die frage stellt: “ist das was ich jetzt kaufen will eigentlich ökologisch und ethisch astrein?”, tröste ich mich öfter damit darüber hinweg: “ist wenigsten BIO, ist wenigstens nachhaltig!” klar, das ist besser als gar nicht drauf zu schauen was ich einkaufe und verspeise - aber ein bisschen schlechtes gewissen bleibt doch. und das ist auch gut so. natürlich gibt es absolute tabus,
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ja, ich glaube, bin ganz sicher sogar, ich gehöre dazu, zu den LOHAS. zwei verdiener, lebensgemeinschaft, keine kinder, trend- und markenorientiert, kaufe was gefällt – solange ich es mir leisten kann, schaue aber nicht gerade mit spitzem bleistift aufs geld. ich ernähre mich BIO, oder doch zumindest von lebensmitteln die so erzeugt wurden, dass die umwelt nicht zerstört, die kreatur nicht geschändet wurde und die transportwege möglichst kurz sind.
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Kochen ist meine Metapher für bewusste Lebensgestaltung und Ethik. Denn die Aufmerksamkeit für die Qualität meines Essens, ist die Messlatte für die Wertschätzung, die ich mir selbst schenke. Und beim Einkaufen entscheide ich außerdem mit, was mit unserer Umwelt geschieht. Kaufe ich bewusst saisonal, regional und ökologisch, entscheide ich mich für weniger CO2 Gase und unterstütze damit eine gesunde Umwelt und die Existenzgrundlage heimischer Erzeuger mit traditioneller Sortenvielfalt. Und wer möchte schon immer die gleichen geschmack- und leblosen Hybrid-Tomaten von den Supermärkten essen die drei Monate haltbar sind?
Schon Grimod de la Reynière (1758-1837) wußte:
“Von guten Tafeln hängt gute Gesundheit, von guter Gesundheit die Erhaltung einer guten Konstitution, und von diesen beiden alles ab, was das soziale Gebäude der menschlichen Gesellschaft auf festen Pfeilern hält.”